Sicher nicht...

Ist verständlich!

Ich jedoch war so verrückt und habe etwas ähnliches getan.

Am Anfang meiner Budo-Karriere.

Das war 1996. Der 24. Februar. Ein Samstag.

Ich hatte noch nicht einmal ein halbes Jahr bei einem Koreaner in Bonn trainiert. Das war so eine Art koreanisches Karate.

Wir hatten ausschließlich in die Luft getreten und geschlagen. Sind viel rumgerollt. Und haben dabei grimmig geguckt.

Ich wollte meine erste Gürtelprüfung ablegen. Zum grauen Gürtel. Der sah schneidig aus bei meinem Trainingskollegen. Tausendmal besser als der weiße Gürtel eines Anfängers.

Ich nahm meinen Mut zusammen und fragte den Meister, ob ich so weit sei.

Er musterte mich mit seinem undurchdringlichen asiatischen Blick und antwortete: „Ja, Axel, du kannst Prüfung machen. Wenn du vorher auf einem Turnier gekämpft hast.“

Zwei Wochen später war es so weit.

Ich war zum Turnier angemeldet. Und hatte keine Ahnung, was mich erwartet.

Ich hatte im Training nie Sparring gemacht.

Ich hatte nie geübt, gegen ein bewegliches Ziel zu treten oder zu schlagen.

Meine Güte! Ich hatte noch nicht einmal irgendetwas zu treffen versucht!

Geschweige denn etwas, das sich wehrt.

Wir hatten immer nur in die Luft geschlagen und getreten. Sind viel rumgerollt. Und hatten dabei grimmig geguckt.

Rückblickend muss ich feststellen: Mein damaliger „Meister“ hat sich verhalten, wie ein Drittklässler mit einem Flammenwerfer in der Origami-Ausstellung.

Null Verantwortung.

Schickt seine Schüler unvorbereitet auf ein Kontaktturnier!

Nun stell dir vor, kurz vor dem Turnier blickst du durch eine Glaswand auf die Kampffläche.

Du weißt, dass du in wenigen Minuten dort unten stehen wirst.

Plötzlich taucht dein Kollege neben dir auf und ist total blass.

So ergeht es mir an jenem Tag.

Und ich frage ihn: „Was ist los? Hast du Angst wegen deiner Kämpfe?“

„Nein“, er schüttelt den Kopf. „Nicht wegen mir. Wegen dir.

„Warum?“, frage ich.

„Hast du deinen ersten Gegner gesehen?“

„Nein“, sage ich.

Und dann erklärt er es mir.

Und mit dem Restverstand, den meine aufwirbelnde Angst übrig lässt, begreife ich etwas.

Der Kollege hat ein tierisch schlechtes Gewissen wegen mir. Denn er hatte mich ein halbes Jahr zuvor eingeladen, mal mit zum Probetraining bei dem Koreaner zu kommen.

Mein Gegner ist nicht der grimmige Boxer vom Bild oben.

Mein Gegner ist deutlich jünger.

Hat volles schwarzes Haar.

Wiegt 95 Kilo.

Kämpft mit mir im Schwergewicht.

(Ich bringe damals 97 kg auf die Waage. Dank diverser Speckeinlagen.)

Mein Gegner hat einen Spitznamen:

Der Schläger von Meckenheim.

Er hat auf Turnieren wie diesem schon 5 Männer K.O. gehauen. Oder getreten.

Zum Kopf zu schlagen ist laut Reglement nicht erlaubt. An meinem Körper darf er sich jedoch voll austoben.

Zum Kopf zu treten ist erlaubt.

Blöd nur, dass ich so ungelenkig bin, und mit meinen Füßen gar nicht in Kopfhöhe komme.

„Hast du Angst?“, fragt mich mein Kollege.

„Dafür ist es zu spät“, antworte ich. „Ich werde gerade aufgerufen.“

Dann stehe ich auf der Matte.

Einen Meter entfernt von meinem Gegner.

Es riecht nach Menschen, Adrenalin und Anstrengung.

Das Publikum verstummt. Der erste Schwergewichtskampf beginnt gleich.

Ich unterdrücke jegliches Gefühl. Denn sonst würde ich umkippen vor Angst.

Der Schläger von Meckenheim mustert mich gierig. Wahrscheinlich überlegt er sich, wie er mich schnellstmöglich beseitigt.

Er wirkt durchtrainiert. Athletisch. Beweglich.

Und entschlossen.

Er beginnt zu hüpfen. Auf und ab wie King Kong an der Kette.

Er sieht nicht aus wie der Boxer auf dem Bild. Aber er wirkt so auf mich.

Grimmig.

Finster.

Und er hat einen Plan.

Wir tragen keine Handschuhe. Wir kämpfen mit bloßen Fäusten.

Der Kampfrichter schickt uns auf die Startpositionen.

Er schaut prüfend zu meinem Gegner. Zu mir.

Dann gibt er das Kommando:

„Sijak!“

Der Kampf beginnt.

Unsere Hände berühren sich ein letztes Mal friedlich. Zum respektvollen Gruß.

Dann gibt’s keinen Respekt mehr.

Der Schläger von Meckenheim macht drei Schritte zurück.

Nimmt Anlauf.

Rennt los.

Springt ab.

Stößt einen tierischen Kampfschrei aus.

Er will mich in den ersten 2 Sekunden des Kampfes K.O. treten.

Ich wünschte, ich hätte damals schon meine Fähigkeiten von heute gehabt. Dann hätte ich völlig anders reagiert.

Wie der Kampf ausging und wie ich ihn überleben konnte, erzähle ich dir gleich.

Und ich kläre auf, warum ich dir zu Beginn so eine blöde Frage gestellt habe.

Die war natürlich rein rhetorisch.

Du würdest sicher niemals gegen diesen Typen kämpfen. Ohne Vorbereitung.

Und würdest auch keinen deiner Leute in so einen Kampf schicken. Ohne Vorbereitung.

Wobei – die meisten Unternehmer schicken ihre Leute ohne Vorbereitung in Kämpfe. Und sie mach auch keine Nachbereitung.

Ich erzähle gleich, was ich meine.

Und du wirst eine Zahl erfahren, die dich überrascht. Vielleicht sogar schockiert.

Und höchstwahrscheinlich betrifft sie auch dich und euer Unternehmen.

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PS: Aus unserem Karate-Dojo (als Best Practice) konnte ich einen Leitfaden für gute interne Kommunikation entwickeln.

Es ist das Osu!-System.

Auf jeden Fall schenke ich dir das Mini-E-Book mit dem Osu!-System.

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Bild: John Fornander / Unsplash

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