Business Trainer und Dozenten:
Welches der 3 B bist du?
Nur eine der Rollen hat Freude am Beruf

VON Axel Maluschka
12. Oktober 2023

Der erste warme Frühlingstag.

Ich will raus, die Sonne genießen.

Doch das geht nicht. 

Ich bin eingesperrt. 

Zusammen mit 15 anderen Erwachsenen sitze ich in einem kleinen Raum mit einem kleinen Fenster. 

Wir müssen einer Stimme zuhören, die so klingt wie Fingernägel auf Kreidetafel. 

Das Ganze nennt sich Weiterbildung. Die "Trainerin" liest tatsächlich 6 SWtunden lang vor und lässt dabei eine PowerPoint laufen, die Bilder und Slogans aus den 70ern zeigt. Dabei haben wir 2007.

Das war eine der schlimmsten "Lernerfahrungen", die ich machen musste. Die Dame thematisiere ich auch in meiner aktuellen Podcastfolge. Sie hatte definitiv keinen Spaß an diesem Job.

Heute erfährst du: 

  • Welche 3 Rollen es bei Trainern, Dozentinnen und Lehrern gibt. 
  • Welche Vor- und Nachteile jede Rolle hat. 
  • Und welche ich dir empfehle, damit du Freude an deinem Beruf hast

Viel Spaß beim Hören!


Alle Folgen des Podcast findest du hier.


Transkript

Grüß dich! Du hörst die Folge 89 vom Podcast "Der Schwarzgurt-Effekt für dein Trainings-Business". Dem Podcast für Business Trainer, Dozentinnen und die Weiterbildungsbranche. Die heutige Folge trägt den Titel „Business Trainer und Dozenten: Welches der 3 B bist du? Nur eine der Rollen hat Freude am Beruf.“ Mein Name ist Axel Maluschka.

Du erfährst hier ganz nebenbei, welche drei Rollen es bei Trainern, Dozenten und auch Lehrern gibt. Welche Vor- und Nachteile jede dieser Rollen hat. Und welche ich dir empfehle, damit du Freude an deinem Beruf, am Unterrichten, am Lehren, am Schulen hast. Und wir starten wie immer mit etwas anderem, das freudvoll ist, mit Musik.

[Musik]

Ich habe es gerade in der Anmoderation schon gesagt, an wen sich die heutige Folge richtet bzw. generell mein Podcast. 

Natürlich richte ich mich vor allen Dingen heute an Business Trainer, Business Trainerinnen, also Menschen, die Schulungen in Unternehmen, in Firmen, in Organisation, in Behörden etc. durchführen. 

Ich richte mich aber auch an Dozenten und Dozentinnen, die vielleicht an der Hochschule arbeiten oder in der Erwachsenen-Bildungsbranche. Das heißt bei Akademien, bei Lerneinrichtungen. Diejenigen, die im weitesten Sinne die Menschen bei ihrer Entwicklung helfen, damit sie vorankommen. Und eine große Branche in dem Bereich ist ja die gesamte Branche der Arbeitslosenunterrichtung oder Arbeitslosenweiterbildung.

Und dann haben vielleicht auch noch Lehrerinnen und Lehrer etwas von der heutigen Folge, die allerdings meiner Meinung nach nur bedingt, weil die Schülerinnen und Schüler im Normalfall ja nicht erwachsen sind. Erst gegen Ende der Gymnasialzeit ist das eventuell der Fall. Trotzdem ist meine Erfahrung, dass meine heutigen Tipps und das, was ich empfehle, auch bei Lehrerinnen und Lehrern funktionieren sollten. Wobei die Rolle, die ich heute empfehle, dem Selbstverständnis der meisten Lehrer wahrscheinlich widersprechen dürfte.

Beantworte diese Frage zuerst

Fangen wir mal damit an mit der Frage: 

Was ist deine Aufgabe, wenn du Performance bringst? 

Wenn du als Trainer, als Trainerin, als Dozentin unterwegs bist oder eben auch als Lehrerin oder allgemein in der Erwachsenenbildung? Was ist deine Aufgabe?

Und ganz einfach zusammengefasst: Du hilfst Menschen bei ihrer Entwicklung dadurch, dass du Wissen oder Fähigkeiten vermittelst.

Überraschend: Die wichtigste Kompetenz aller Trainer, Dozentinnen und Lehrer ist anders, als du denkst

Dazu brauchst du natürlich ein paar Schlüsselkompetenzen. Und das, was in Deutschland im Allgemeinen ganz hochgehalten wird, sieht man unter anderem am Lehramtsstudium. Das Fachwissen. Das sind die Fachkompetenzen. Aber die sind ehrlich gesagt nicht entscheidend dafür, ob du ein guter Trainer, eine gute Trainerin, guter Dozent oder Dozentin bist.

Denn ganz ehrlich, Fachkompetenzen, wenn du eine gewisse Intelligenz hast und die setze ich mal voraus, die schaffst du dir drauf. Die schaffst du dir heutzutage sogar relativ schnell drauf. Wenn du gutes Verständnis hast.

Es gibt so viele Medien, es gibt Bücher, Skripte, Videos, Kurse, alles mögliche. Und das, was du an Fachwissen brauchst, kannst du dir heutzutage super schnell drauf schaffen.

Viel wichtiger meiner Erfahrung nach ist es, dass du als jemand, der eine Lerngruppe anleitet, in dieser Gruppenarbeit bewandert bist. Dass du gut darin bist, Gruppendynamiken zu handeln. Dass du auch mit einzelnen Menschen, die aus der Gruppe herausstechen, umgehen kannst. Da habe ich ja auch letzte Woche schon was vorletzte Woche in der letzten Episode etwas zu gesagt.

Also Gruppenarbeit, Gruppenarbeit managen, Gruppenarbeit leisten. Das ist in meinen Augen das aller Allerwichtigste.

Ich muss bei einer Geschichte immer lachen. Ich habe mich eine ganze Zeit lang beworben um die Zusammenarbeit mit verschiedenen Weiterbildungsinstituten und Akademien. Und da gab es so zwei oder drei, die mir aufgefallen sind, die hauptsächlich promovierte Trainerinnen und Trainer suchen. Na ja, weil das natürlich gut klingt. Das sind Experten auf ihrem Gebiet. Die haben irgendwann mal eine Doktorarbeit geschrieben.

Aber ich finde, das ist reinweg fürs Marketing. Denn wenn du sagst: wir haben die super Kompetenzen bei uns als Lehrer, als Trainer, ist das okay. Aber ich finde es halt fernab der Realität, weil der Doktortitel nichts über die Fähigkeit als Trainer oder Trainerin aussagt.

Du solltest also fit sein beim Thema Gruppenarbeit, Gruppendynamik.

Natürlich solltest du Veranstaltungen planen und durchführen können. Also du musst wissen,

  • welche Medien setze ich wann ein?
  • Wann mache ich Gruppenarbeit?
  • Wie plane ich einen Tag?
  • Wie plane ich einen Workshop über mehrere Tage?
  • Wie plane ich Veranstaltungen, die vielleicht noch länger dauern? Ein Monat? Ein Jahr?

Also so was solltest du draufhaben. Und das musst du gelernt haben. Das musst du ordentlich umgesetzt haben.

Und auch das musst du beherrschen

Und das sollte eben so geplant sein, dass möglichst alle Lerntypen sich angesprochen fühlen, dass du alle abholst. Und ja, dass die Leute es interessant finden. Also auch der Methodenmix spielt da eine Rolle.

Und dann haben wir natürlich noch das Thema Didaktik. Also du musst in der Lage sein, dein Wissen, deine Fähigkeiten ansprechend, interessant zu vermitteln. Du musst in der Lage sein, deine Inhalte, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern möglichst spannend beizubringen. Wenn du selbstständig bist, kannst du nicht einfach deine Zeit absitzen, sondern dann musst du dafür sorgen, dass die Leute mit glänzenden Augen aus deinen Trainings, aus deinen Veranstaltungen wieder rausgehen.

Wie gut bist du in deinem Job?

Woran merkst du, dass du eine gute Trainerin, ein guter Dozent bist?

Ich sage es mal so: an deinen Erfolgen. Das merkst du in der Veranstaltung selber, wenn du im Flow bist. Wenn du ganz einfach die Zeit vergisst. Wenn also die Anforderungen der Leute, die bei dir lernen wollen, genau mit deinen Fähigkeiten zusammenpassen. Wenn du die Zeit vergisst. Wenn du ja ganz einfach am Abend so dich leicht fühlst, aber trotzdem merkst: Wow, ich habe was geschafft. Das ist dann der Fall, wenn du in den Flow gekommen bist.

Dann natürlich, wenn Menschen dich als Experten, als Expertin wahrnehmen und dir freiwillig folgen. Wenn sie dir E-Mails schreiben, wenn sie dich auf Social Media, auf deinem Lieblings-Kanal anschreiben oder dir Likes schenken etc. Das ist natürlich auch ein Erfolgskriterium.

Und das Allerwichtigste natürlich: deine Kunden buchen dich immer wieder. Du bist vielleicht die Nummer eins in deiner Branche, auf deinem Gebiet, bist der unangefochtene Experte oder die Expertin, an der niemand vorbeikommt.

Und das Ganze resultiert dann darin, dass dein Umsatz stimmt. Was auch immer das für dich bedeutet.

Ich sage mal, meiner Erfahrung nach so ab 80 bis 100.000 im Jahr führst du ein ganz gutes Leben.

Aber es kommt natürlich immer auf deine Kostenstruktur an. Also der Umsatz selber ist ja nicht so entscheidend. Wenn du 80.000 Umsatz machst und hast 60.000 Kosten, ist das in Deutschland heutzutage nicht mehr so prickelnd, denn davon kannst du kaum leben.

Aber man kann schon von relativ geringen Umsätzen auch relativ okay leben. Ich habe das ja einer anderen Folge schon mal vorgerechnet.

Welche Bs meine ich?

Und jetzt kommen wir endlich zu den drei B's. Also worum geht es?

Es geht deine Rolle, dein Selbstverständnis als Trainerin, als Trainer. Und ich habe mal das versucht, auf die gröbsten Rollen herauszuarbeiten. Das heißt, im Endeffekt habe ich drei B's herausgearbeitet.

Es gibt den Beherrscher oder natürlich die Beherrscherin, Betreuer, Betreuerin oder Begleiter oder Begleiterin.

Dabei ist der Beherrscher derjenige, der so eine Gruppe einfach dominieren will. Der will Oberhaupt sein.

Der Betreuer oder die Betreuerin passen halt auf die Gruppe auf und sitzen mehr oder weniger ihre Zeit ab.

Und der Begleiter oder die Begleiterin, das ist ein Coach. Das ist ein Mensch, der den Lernenden auf Augenhöhe begegnet und der sich eben auch auf die Gruppe, auf die Menschen einlässt.

Jetzt hast du wahrscheinlich schon eine Idee, welche Rolle ich dir empfehle. Aber warte mal noch ab. Der letzte Punkt, den ich heute bringe, der wird das Ganze noch mal relativieren.

Aber wir gucken uns mal die drei Rollen etwas genauer an. Fangen mit dem Beherrscher an.

Der Beherrscher

Es muss nicht immer ein Mann sein. Auch Frauen gibt es in der Trainingsbranche, die ich als sehr dominant erlebt habe und die diese Dominanz auf einem anderen Gebiet ausleben, als du vielleicht gerade gedacht hast, nämlich im Bereich der Trainings.

Und solche Beherrscher, Beherrscherinnen, die finden erst mal sich selbst unfassbar geil und genial. Die sind natürlich ganz toll und die zeigen das. Ihre ganze Körperhaltung. Alles drückt genau das aus.

Ich bin von solchen Alpha-Tieren eher abgeschreckt. Ich kann damit wenig anfangen. Aber diese Leute haben ihre Zielgruppe. Die Zielgruppe, also Leute, die solche Alpha-Tiere richtig gut finden, das sind meiner Erfahrung nach eher Menschen, die so eine Mama oder einen Papa brauchen, die ihnen genau sagen, wo es langgeht. Auch im politischen Bereich kannst du dir vorstellen, welche Parteien die wählen. Kleiner Hinweis: Eher eine Partei, die leider recht erfolgreich ist im Moment.

Diese Menschen suchen halt einen Führer, eine Führerin, die ihnen sagt, wo es langgeht und wie sie glücklich werden, was sie tun soll. Wobei das mit dem glücklich werden kann der Mensch meistens nicht sagen. Aber ich will es jetzt gar nicht so weit ausführen.

Du triffst solche Leute, also die der Zielgruppe der Beherrscher angehören, relativ häufig meiner Erfahrung nach in Behörden oder in Konzernen, aber in dem Bereich, den ich mit Leidenschaft lebe: im Budo, also den Kampfkünsten, Kampfsportarten. Dort tummeln sich auch eine ganze Menge Trainer, die sich selbst richtig toll finden. Und wenn man dann mal guckt, was die so unterrichten, da ist das dann manchmal ziemlicher Bullshit.

Zwei grässliche Beherrscher, die ich erlebt habe

Okay, ich erzähle noch eine Story dazu. Ich habe solche Trainer, also Beherrscher kennengelernt während meines Mentorenjahres bei der GSA, bei der German Speakers Assoziation. Ich durfte 2018/2019 Mentee sein und von den besten Speakerinnen und Spielern Deutschlands lernen. Das sind meistens auch Trainer und Trainerinnen. Und da gab es ein paar Alpha-Tiere dabei. Ich fand das interessant, wie die das gemacht haben. Und wie gesagt, die sind sehr erfolgreich zum Teil. Aber meine Form des Lernens und auch des Schulens ist es nicht.

Eine andere Beherrscherin möchte ich jetzt sagen, habe ich mal kennengelernt vor Ewigkeiten. Damals habe ich für eine Agentur eine Fundraising Agentur gearbeitet. Wir hatten dann eine Weiterbildung, bei der mussten auch alle teilnehmen, auch ich - obwohl ich freier Mitarbeiter war. Und das war ganz schrecklich, denn diese Frau, diese „Trainerin“, hat sechs Stunden lang vorgelesen. Und das auch noch mit einer grässlichen Stimme, die irgendwie daran erinnert hat, wie wenn du mit Fingernägeln über eine Tafel fährst.

Ich habe protestiert gegen diese „Unterrichtsform“, aber die Trainerin fand das ganz toll und hat mich im Nachhinein angemacht. Wobei das, was die Frau praktiziert hat, war eine Mischung aus Beherrscherin und der Gruppe Nr. 2 oder der Rolle Nr. 2, der Betreuerin, so nenne ich sie.

Die Betreuer

Und Betreuer, das sind im Grunde genommen Trainerinnen, Trainer, Dozenten, die im Endeffekt ihre Zeit absitzen. Die keine Trainer sind, die keine Lehrer sind, die nicht geeignet sind dafür, anderen Menschen etwas beizubringen.

Und ich würde mal sagen, bei den Lehrerinnen und Lehrern in der Lehrerschaft, also diese normalen Lehrer, die wir in der Schule antreffen, da haben wir mindestens ein Drittel der Menschen, die zu der Rolle der Betreuer zu zählen sind.

Du kannst dich mal an deine eigene Schulzeit zurückerinnern, welche Lehrer das waren. Das waren die, wo du dich zu Tode gelangweilt hast oder die einfach, wo der Unterricht schrecklich war.

Ich habe es aber auch im Studium erlebt. Auch da gab es Professoren, die haben einfach nur ihre Zeit abgerissen. Es war denen scheißegal, ob wir Studierende was mitnehmen.

Und auch in der Arbeitslosenbranche gibt es eine ganze Menge Kolleginnen und Kollegen, so erzählten mir die Menschen immer, die einfach nur irgendwas machen mit den Leuten, die eigentlich Gruppenbetreuung machen und sonst nichts.

Ich war da immer schon damals auch eher ein bisschen anspruchsvoller und habe gesagt, ich möchte, dass die Leute was mitnehmen. Also diese Trainerinnen, Trainer, Dozentinnen, Dozenten sind eher lustlos bei ihrer Arbeit. Die Ergebnisse sind denen völlig egal.

Der betreuende Professor

Ich erinnere mich da an ein herausragendes Beispiel. Als 19-Jähriger habe ich Volkswirtschaftslehre studiert. Und als VWL-Student hatte ich einen Professor in Mathe, der einfach nur schrecklich war. Der hat praktisch immer das Gleiche erzählt. Immer total gelangweilt und ihm war vollkommen egal, was er da erzählt hat. Er hat einfach seinen Job abgerissen.

Damals in den 90ern, da gab es ausschließlich ausgedruckte Skripte. Internet gab es noch nicht in der Form wie heute. Und da hast du dir dann in der Fachschaft jeweils das Skript für die jeweilige Veranstaltung abgeholt. Da gab es zur Mathe-Vorlesung ein Skript, da waren sogar die Witze des Professors drin vermerkt, die der jedes Jahr gebracht hat. Es ist unfassbar, dass diese Menschen als Lehrende auf andere Menschen losgelassen werden.

Und dann kommen wir zur letzten Rolle. Und die empfehle ich dir. Wenn du meinen Podcast hörst, dann ahnst du auch schon, worauf ich hinaus will.

Die Begleiter

Die letzte Rolle ist der Begleiter oder die Begleiterin. So nenne ich sie. Und diese Leute begegnen ihren Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmern auf Augenhöhe. Sie wissen halt einfach mehr als die Leute, die sie unterrichten, die sie schulen.

Die Begleiter sind weiter in ihrer Entwicklung, aber sie fühlen sich nicht als etwas Besseres oder als etwas Tolleres.

Sie haben Spaß an ihrem Fach. Sie brennen für ihr Fach. Sie haben Leidenschaft für ihr Fach, für das, was sie da vermitteln.

Und du kannst die eine Frage dir selbst stellen, die trifft eben auf die Begleiter im Bereich der Trainings sehr gut zu: 

Würdest du deinen Job auch machen, wenn du dafür kein Geld bekämst?

Und du weißt ja, dass ich ehrenamtlich im Bereich Karate als Übungsleiter unterwegs bin, also als Trainer. Dafür bekommen wir eine kleine Aufwandsentschädigung. Aber wenn ich mal den Stundenlohn ausrechne, dann mache ich es nicht fürs Geld. Und in dem Sinne kann ich die Frage absolut bejahen.

Ich unterrichte super gerne. Ich bin gerne mit den Studierenden zusammen. Ich unterrichte gerne Teams und bringe ihnen bei, wie sie gut miteinander reden. Ich helfe gerne Nachwuchstrainern und Trainern, ihr Business aufzubauen. Alles das macht mir richtig viel Spaß.

Zwei Begleiter, bei denen ich gern lerne

Zum Abschluss möchte ich dir zwei weitere Beispiele nennen, die ich als Begleiter erlebe. Und ich hoffe, dass ich selber hauptsächlich dazu zähle, dass ich diese Rolle lebe.

Aber auch mein Karate-Trainer Jürgen ist so ein Typ. Klar, ich habe von ihm mir seine Rolle, sein Verhalten als Trainer abgeschaut. Und er ist einer, der immer unprätentiös daherkommt. Der einfach jemand ist, der sich als – wie lautet dieses Sprichwort? – Gleicher unter Gleichen versteht. Er begegnet uns Schülern auf Augenhöhe. Und das, obwohl er mehrere Jahrzehnte mehr Erfahrung hat als alle anderen seine Schüler und Schülerinnen.

Und im Studium hatte ich auch einen Dozenten erlebt, den ich als Begleiter empfunden habe. Ich habe im Nebenfach Pädagogik studiert. Und da war ein Promotionsanwärter. Er hat gerade an seine Promotion geschrieben, an seinem Doktor. Und er hat uns unterrichtet und war dabei so richtig engagiert. Ich bin dann aus dem Studium raus, weil ich angefangen habe zu arbeiten. Und ein oder zwei Jahre, nachdem ich dieses Seminar absolviert und eine Hausarbeit geschrieben hatte, fiel mir ein, dass ich diese Hausarbeit noch abholen und die Note holen könnte. Als ich anrief, sagte mir der Dozent: „Bei mir kriegen Sie die aber nicht einfach so. Sie müssen zu mir ins Gespräch kommen und ich rede mit Ihnen über die Arbeit.“

Und dann hat er wirklich ein Jahr oder länger, nachdem er die Arbeit korrigiert hatte, noch mal mit mir ganz ausführlich darüber gesprochen. Ich habe leider den Namen des Mannes vergessen, aber ich fand das phänomenal und hat sich ganz erfreulich abgehoben von anderen Dozentinnen und Dozenten und vor allen Dingen auch vielen Professorinnen und Professoren.

Es gibt demzufolge einige positive Beispiele in der Bildungsbranche.

Sei nicht nur eins!

Und jetzt komme ich noch zum großen Aber.

Du musst alle Rollen beherrschen.

Du musst es draufhaben, auch mal eine Gruppe zu führen, anzuleiten. Also musst du dominant sein können, die Gruppe gegebenenfalls im Griff zu haben. Du wirst immer mal wieder auch auf Widerstand in Gruppen stoßen. Das heißt, du musst auch Beherrscher oder Beherrscherin sein können.

Du musst aber manchmal auch die Gruppe einfach Gruppe sein lassen und gewissermaßen deine Zeit absitzen. Gerade wenn sie Kleingruppen-Arbeit machen, wenn die Leute für sich sind, dann ich sitze da manchmal so ein bisschen rum und denke: Warum bin ich jetzt hier? Ja klar bin ich da, weil ich gebucht bin und weil ich ja mein Konzept durchziehe und die Leute jetzt selber ausprobieren wollen. Dann bin ich eher in der passiven Rolle und auch die muss ich managen und ertragen können.

Aber du solltest dich eben für eine Hauptrolle entscheiden.

Wenn du dich für die passiv Rolle entscheidest, dann denke ich, wirst du wenig Spaß an deinem Job haben.

Wenn du dich für die dominante Rolle als Trainerin, als Trainer entscheidest, wirst du deine Zielgruppe finden. Ich glaube aber, so richtig viel Spaß kann das auch nicht machen. Denn diese dominanten Menschen müssen sich immer beweisen. Sie müssen immer zeigen, dass sie der geilste, beste, tollste im Raum sind.

Von daher empfehle ich natürlich die Hauptrolle des Begleiters, des Coaches, des Menschen, der anderen auf Augenhöhe begegnet. Und zwar möglichst immer.

Okay, das war die heutige Folge. Das Transkript findest du auf Maluschka.com/089 für die 89. Episode.

Übrigens kleiner Hinweis. Ich transkribiere meine Folgen in letzter Zeit mit zwei KIs, nämlich einmal mit HappyScribe und einmal mit ChatGPT. Und ich muss sagen, die Ergebnisse finde ich ansprechend. In relativ kurzer Zeit liefern mir beide KIs gute Ergebnisse. Natürlich muss ich noch eine ganze Menge nacharbeiten, aber ich bin deutlich schneller, als wenn ich das komplett selber transkribiere. Mit den beiden KI funktioniert es echt gut.

Eine letzte und abschließende Bitte: Wenn du zufrieden bist mit meinem Podcast, dann gib mir doch fünf Sternchen auf einem Portal deiner Wahl. Wenn du nicht zufrieden bist, dann schreib eine Mail an podcast@maluschka.com. Wenn du Themenvorschläge hast oder irgendwas hören willst zum Thema Trainings-Business aufbauen, schreib mir eine Mail. Ich antworte auf jeden Fall.

Dann wünsche ich dir alles Gute. Bis demnächst. Mach's gut. Ciao. Ciao. Und tschüss.


Das Transkript habe ich mit der KI von Happyscribe erstellt.

Bild:  Surface / Unsplash

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