Wertschätzung und Respekt für deine Grenzen.
Wie du in 3 Schritten beides bekommst

VON Axel Maluschka

Sensei Markus ist Karate-Meister.

Er überschreitet eine Grenze bei mir. Er zeigt keinen Respekt.

Wir sitzen zusammen in einer Runde Schwarzgurte. Und diskutieren. 

Wobei ich das nicht mehr Diskussion nennen kann.

Denn die Meister sind über mich hergefallen. 

Als hätte ich ihr Heiligstes beleidigt.

Und Sensei Markus sagte ruhig, ich habe eine unüberlegte Frage gestellt. 

Alle schauen mich an.

Soll ich mir diese Unterstellung gefallen lassen?

Heute erfährst du:

  • Wie ich auf Sensei Markus reagiert habe.
  • Um welche Form Wertschätzung und Respekt es heute geht.
  • Warum ich früher nicht auf meine Grenzen geachtet habe.
  • Wie du Respekt für deine Grenzen einforderst.
  • Welche 3 Schritte du gehen solltest, um Wertschätzung zu erhalten.

Viel Spaß beim Hören!

Shownotes


Alle Folgen von „Konflikt-Power aufs Ohr“ findest du hier.


Transkript

Grüß dich! Du hörst die Folge 36 vom Podcast "Konflikt-Power aufs Ohr". Sie trägt den Titel "Wertschätzung und Respekt für deine Grenzen. Wie du in drei Schritten beides bekommst." Mein Name ist Axel Maluschka.

Du erfährst hier ganz nebenbei, wie ich mich wandelte vom Feigling zum Schwarzgurt. Woran es lag, dass ich früher nicht auf Wertschätzung und Respekt für meine Grenzen geachtet habe. Warum ich sie nicht eingefordert habe. Und wie du künftig genau wie ich mehr Respekt erhalten kannst.

Und wir starten wieder einmal mit ein wenig Musik.

[Musik]

Ich habe es gerade schon gesagt: Ich war früher ein Feigling, ein Angsthase oder ein Duckmäuser, wie auch immer du das nennen möchtest.

Heute bin ich Schwarzgurt. Ich bin Sensei. Ich darf mich so nennen. Ich mag aber Titel nicht so sehr.

Ich bin auf jeden Fall Karate-Trainer eines ziemlich verrückten Vollkontakt-Karatestils. Und ich trage den 4. Dan. Ich habe also vier Streifen auf meinem schwarzen Gürtel.

Das bedeutet, ich habe mich gewandelt. Ich habe mich verändert.

Aber mein Ursprung, meine ursprüngliche Art, mein damaliger Charakterzug, eben ein Feigling zu sein, war sicherlich mit einer der Ursachen, weswegen ich hier diesen Podcast betreibe. Weswegen ich meinen Blog betreibe, meine Homepage, meine Kurse anbiete.

Denn es gibt viele Menschen da draußen, die in Konflikten eher ängstlich sind und die gerne lernen möchten, Konflikte vernünftig auszutragen, sodass sie nicht immer den Kürzeren ziehen.

Wir gehen heute mal der Frage nach, was du tun kannst bei den kleinen Konflikten, bei den kleinen Konflikten des Alltags. Wenn also deine Grenzen überschritten werden, wie kannst du da Respekt und Wertschätzung einfordern?

Und auch: Warum solltest du das tun?

Wertschätzung und Respekt für welche Grenzen?

Klären wir zuerst mal die Frage: Über welche Grenzen spreche ich denn hier? Was sind Grenzen? Um was geht's heute?

Es geht um wie gesagt - kleine Konflikte kann man sie fast nicht nennen - um kleine Geschichten wie beispielsweise Sticheleien oder kleine und natürlich auch große Beleidigungen.

Oder wenn deine Werte missachtet werden, wie z.B. Pünktlichkeit, Ordnung, Zuverlässigkeit. Du bist vielleicht Chef oder bist Mitarbeiter und jemand anders kommt immer zu spät. Das ist unangenehm. Und da werden dann Grenzen bei dir überschritten. Wie kannst du darauf reagieren?

Genau das wollen wir heute mal uns anschauen. Und ich biete dir dazu auch Lösungen und so ein kleines Dreischritt-Programm.

Warum habe ich mich nicht getraut, Respekt zu fordern?

Bei mir damals gab es zwei Ursachen, weswegen ich nicht eingefordert habe, dass meine Grenzen beachtet werden.

Das erste ist: Ich hab sie einfach nicht kommuniziert. Ich hab nicht gesagt, dass meine Grenzen überschritten wurden. Mein Gegenüber hat es also gar nicht mitbekommen.

Das ist echt richtig blöd. Denn der andere weiß ja dann nicht, wo bei mir die Grenze liegt. Da werden wir gleich auch nochmal drauf eingehen.

Letztlich lag es daran, dass ich meine eigenen Grenzen gar nicht kannte, dass ich sie also auch selber nicht respektiert habe.

Und wenn ich da mal Ursachenforschung betreibe, dann komme ich auf Konzepte, wie zum Beispiel das Konzept der inneren Antreiber.

Das ist mir das erste Mal in meiner Ausbildung zum Business Coach begegnet. Die war NLP-basiert. Das Konzept der fünf Antreiber stammt aus dem NLP.

Wenn du ein bisschen recherchierst zu dem Thema fünf Antreiber oder Antreiber aus dem NLP, dann gelangst du auch noch auf weitere Antreiber.

Es gibt ein Konzept die sieben Antreiber der Transaktionsanalyse und nach Kaluza. Ich geb ich dir einen Link in den Shownotes. Bei SHSConsult.de - das ist so eine Beratungsfirma - findest du eine sehr schöne Zusammenfassung. Ein PDF, wo die 5 bzw. 7 Antreiber schön erläutert und mit Hintergründen erklärt werden.

Es gibt einen Antreiber, der nennt sich: "Sei nett und freundlich" oder auch: "Sei beliebt."

Kennst du diese eklige Oma?

Dieser Antreiber wurde dir und mir auf jeden Fall in der Kindheit anerzogen. Stell dir bitte mal vor, als Kind besuchst du gemeinsam mit deinen Eltern die Oma. Und jetzt stell dir mal vor, deine Oma, das ist eine ältere Frau mit Falten. Vielleicht riecht die auch ein bisschen nach Medikamenten oder irgend sowas.

Und immer wenn du Oma besuchst, dann will die dich umarmen und abschlabbern: "Hach, mein liebes Enkel!" Und sie drückt dich und sie küsst dich. Und du willst das nicht.

Aber Mama und Papa haben dir vorher gesagt: "Sei nett! Sei freundlich! Das ist Oma."

Und so wirst du dann auch als Erwachsener handeln und fühlen und diesen Antreiber weiter in dir spüren. Und vor allen Dingen: ihm folgen.

Du bist also freundlich und nett. Und ja, missachtest damit möglicherweise deine eigenen Grenzen. Und vor allen Dingen deine eigenen Bedürfnisse.

Ein weiterer Grund, warum ich meine eigenen Grenzen nicht respektiert habe, war sicherlich auch mein Selbstwertgefühl. Da sage ich dann später nochmal etwas dazu.

Ich kann es demnach so formulieren, dass ich lange Zeit die Bedürfnisse anderer Menschen über meine eigenen gestellt habe. Ich erklär gleich nochmal, was genau Bedürfnisse sind.

Woran du Grenzübertretungen erkennst

Was passiert nun, wenn Grenzen überschritten werden?

Zunächst einmal entstehen schlechte Gefühle. Die rühren eben aus den unerfüllten Bedürfnissen her.

Und wie ich gerade schon gesagt habe, ich habe mir über meine eigenen Bedürfnisse damals nie wirklich Gedanken gemacht. Demzufolge konnte ich sie nicht wahrnehmen. Ich konnte sie nicht respektieren und vor allen Dingen eben auch nicht kommunizieren.

Gehen wir der Frage nach: Was sind Bedürfnisse?

Ich hab dazu schonmal eine Podcastfolge gemacht, das war die Folge Nummer 25. Ich verlinke die in den Shownotes. Da kannst du also gerne dann nochmal rein lesen oder reinhören.

An der Stelle nur so viel: Es gibt gar nicht so viele Grundbedürfnisse.

Wir haben alle die gleichen Bedürfnisse!

Und das Witzige ist, dass wir alle die gleichen Bedürfnisse haben, nur eben in unterschiedlichen Ausprägungen.

Da gibt's einerseits die physische, die körperliche Stufe.

Das sind die Bedürfnisse nach Essen, nach Trinken, nach einem Schlafplatz, nach Sicherheit.

Manchmal wird eine Literatur noch sowas wie sexuelle Befriedigung oder auch Bewegung genannt. Das kannst du selber entscheiden, ob das zu den Grundbedürfnissen gehört.

Auf der psychischen Ebene haben wir zwei Grundbedürfnisse.

Das eine bedeutet, wir streben danach, Lust zu gewinnen oder Lust zu erhöhen. Und Unlust zu vermeiden oder auch Schmerz zu vermeiden. Das ist, glaube ich, selbsterklärend. Da geht's also generell um das Thema Wohlbefinden.

Das zweite Bedürfnis auf der psychischen Ebene ist die Erhöhung des Selbstwertgefühls. Das heißt also, du strebst an, dass du dich selbst wertvoll fühlst. Hierzu gehört unter anderem die Strategie Anerkennung durch andere.

Dann haben wir die nächste Ebene. Das ist sozusagen die letzte, die dritte Ebene. Ich nenne sie die psycho-soziale Ebene.

Da geht es auf der einen Seite darum, dass jeder Mensch, also du und ich, Verbundenheit mit anderen Menschen suchen. Dass wir Gemeinschaft erleben wollen und im besten Fall natürlich Liebe.

Auf der anderen Seite wollen wir aber auch persönlich wachsen. Wir wollen uns entwickeln.

Viele Autoren schreiben dazu auch noch, dass der Mensch nach Macht oder Einfluss innerhalb der Gruppe strebt. Ich halte das wiederum nur für Strategien, um die beiden Grundbedürfnisse Verbundenheit und persönliches Wachstum zu erreichen oder zu befriedigen.

Im Endeffekt ist jeder Mensch ein Wesen, das danach strebt, in Verbundenheit mit einer Gemeinschaft persönlich zu wachsen.

Und diese Grundbedürfnisse findest du auch in diesem Dokument von der SHS Consult, das ich verlinkt habe. Da kannst du dir das nochmal in Ruhe anschauen.

RESPECT!

Wie gelingt es dir nun, deinen Grenzen Respekt zu verschaffen?

Ich habe das Thema grundsätzlich schonmal behandelt in einem Blogbeitrag. Der ist schon etwas länger her. Und sein Titel lautet: "Wie du dir sofort Respekt verschaffst. Fünf einfache Methoden." Ich verlinke dir den Beitrag wieder in den Shownotes.

Ich habe dir für heute drei Schritte versprochen, wie du deine Grenzen kommunizierst und wie du dafür sorgt, dass sie wertgeschätzt und respektiert werden.

Und die drei Schritte lauten ganz einfach:

  1. Erkennen.
  2. Wertschätzen.
  3. Äußern.

Und wir gehen diese drei Schritte jetzt mal gemeinsam durch.

Schritt 1: Augen auf! Ohren auf! Alle Sinne auf!

Der erste Punkt ist: Du musst natürlich erkennen, wann bei dir eine Grenze überschritten wird und dass überhaupt eine überschritten ist.

Das äußert sich durch so ein Grummeln, durch ein Unwohlsein, durch ein mieses Gefühl.

Die Steigerung dabei ist, dass du Angst vor einer erneuten Begegnung mit dem Grenzüberschreiter hast oder sogar vor dem Menschen selber Angst entwickelst.

Dabei solltest du dir unbedingt die Frage stellen: Wo liegt meine Grenze?

Beispiel beim Thema Pünktlichkeit. Wie viel Zu-spät-kommen kannst du noch tolerieren? Sind das zwei Minuten? Sind das 10 Sekunden? Oder ist es die akademische Viertelstunde?

Bei mir ist es letzteres. Ich bin selber nicht der Super-Pünktliche. Ich bin da kein guter Deutscher. Ich sage: Wenn jemand ein bisschen zu spät ist, ja, so what? Ist nicht so dramatisch. In der heutigen Zeit kann ich mich immer ganz gut beschäftigen und ein paar Minuten überbrücken.

Wenn du merkst, dass deine Grenze überschritten wird, wenn du das an so einem Unwohlsein, einem schlechten Gefühl festmachen kannst, dann versuch mal deiner Grenze einen Namen zu geben. Das hilft meistens, um sie zu identifizieren.

Und im nächsten Schritt solltest du dir darüber Gedanken machen: Welches Grundbedürfnis wird bei dir verletzt?

Ich hab sie ja gerade aufgezählt. Guck mal genau hin, welches Grundbedürfnis wird bei dir wirklich verletzt, indem die Grenze überschritten wird?

Der nächste Schritt beim Thema Erkennen kann sein, dass du dir mal Gedanken machst darüber, welcher Antreiber dich in der Vergangenheit daran gehindert hat, auf deine Grenze zu achten. Ist es vielleicht auch der Antreiber "Sei nett und freundlich!" Oder "Sei lieb oder mach dich beliebt!"? Kann es sein, dass das dieser Antreiber ist?

Und dann solltest du dir die Frage stellen: falls ja, wie kannst du denn diesen Antreiber beruhigen? Also beispielsweise, wenn es der Antreiber ist "Sei lieb!", dann könntest du dir sagen: "Hey, ich werde nicht dadurch beliebter oder Ich bin nicht lieb, indem ich Leute auf mir herumtrampeln lasse."

Das wäre also eine Möglichkeit, deine eigene Grenze zu respektieren, zu erkennen und eben erst einmal wahrzunehmen.

Schritt 2: Respektiere dich selbst!

Der Schritt Nummer zwei heißt Wertschätzen. Und hier geht es darum, dass du selber deine Grenzen als wertvoll erachtet. Dass du sie als wertvoll fühlst. Dass du also wirklich sagst: "Ich lade meine Grenze mit Bedeutung auf, die ist für mich wichtig."

Und dazu möchte ich dir zwei Methoden anbieten.

Das eine ist die Visualisierung. Stell dir mal vor, wie du dich selber als wertvoll erlebst, als wirksam, als kompetent erlebst. Diese Vorstellung malst du dir bildlich richtig aus. Das heißt, du bist selber ein wertvoller Mensch.

Die zweite Methode ist die positive Affirmation. Die geht in eine ähnliche Richtung. Hier es darum, dass du dir selber sagst:

Ich bin wertvoll. Meine Grenzen sind bedeutsam. Meine Grenzen sind schützenswert. Ich beschütze sie.

Das ist eine positive Affirmation. Die kannst du dir in einer ruhigen Minute einfach mal sagen. Entweder laut, dass natürlich der beste Weg, oder leise still vor dich hin.

Ich bin wertvoll. Meine Grenzen sind bedeutsam. Ich beschütze sie.

Wenn du dir das dreimal, fünfmal am Tag sagst, wird das etwas mit dir machen.

Schritt 3: Mund auf!

Der dritte und letzte Schritt ist dann relativ einfach bzw. klar. Du solltest natürlich kommunizieren, du solltest äußern, wenn deine Grenzen überschritten werden. Das heißt, weise dein Gegenüber sofort hin, dass bei dir eine Grenze überschritten ist.

Je nach Beziehung verwendest du da unterschiedliche Methoden. Bei einem Freund kannst das direkt sagen und auch ganz offen und ehrlich: "Ey du, pass mal auf! Da ist bei mir eine Grenze, ab da tut's mir echt weh. Bitte denk mal dran."

Dann wird ein Freund das hoffentlich respektieren. Ansonsten ist es wahrscheinlich kein Freund.

Bei einem Chef oder bei einem Kollegen würde ich das eher indirekt machen. Das heißt also, da solltest du nicht sagen: "Das tut mir weh." Dann giltst du vielleicht als Jammerlappen.

Sondern sag einfach: "Also mir ist es wichtig, dass wir alle pünktlich sind und meine Grenze liegt bei zwei Minuten Verspätung. Ich bitte Sie, bedenken Sie das und achten Sie darauf!"

Es gibt noch andere Möglichkeiten zu reagieren. Hier verweise ich nochmal auf meinen Blog-Beitrag "Wie du dir sofort Respekt verschaffst. 5 einfache Methoden."

Dort habe ich beschrieben, wie du gut kontern kannst. Also im Sinne von: Ich mache den anderen nicht platt, ich verletze ihn nicht, aber kontere.

Du kannst mit Humor reagieren. Oder du kannst im besten Fall, wenn das möglich ist, die Gruppendynamik ausnutzen. Schaue also gern in den Artikel rein.

Karate-Meister prügeln auf mich ein

Machen wir es nochmal praktisch. Ich nenne dir ein Beispiel aus meiner Vergangenheit.

Ich war in einer Diskussion unter Schwarzgurten, also zum Teil hochdekorierte Meister mit ganz vielen Streifen auf ihren schwarzen Gürteln oder auch mit gestreiften Gürteln. Das sind alles Dan-Träger gewesen.

Und ich habe in dieser Runde mal sehr provokant nachgefragt, welchen Sinn Katas ergeben.

Jetzt musst du dazu wissen: Katas sind festgelegte Choreografien und in den meisten Budo-Stilen. Budo, das sind die japanischen Kampfkünste, ein Sammelbegriff dafür. Da sind Katas oft superwichtig. Sie werden ganz oft als die Seele des Stils bezeichnet. Oder es wird behauptet: Darin ist der Stil verschlüsselt. AM Das mag vor 100 - 150 Jahren auch tatsächlich so gewesen sein, da war das auch durchaus sinnvoll, in dieser Form zu trainieren. Nur heute, wenn ich Partner zur Verfügung habe, ist in meinen Augen eine Kata absoluter Quatsch. Ist Zeitverschwendung. Es sei denn, ich mag es, solche Choreografien auszuüben. Nur wenn ich das Trainingsziel Kampffertigkeit habe oder mich in einem ungeregelten Kampf verteidigen zu können, dann nützen mir Katas praktisch nichts.

In dieser Runde gab es erst einmal entsetztes Schweigen und dann wurde ich angefeindet. Ich wurde angegriffen. Es gab böse Reaktionen. Ich hätte nichts verstanden. Und ja, es war heftig.

Die großen Meister sind größtenteils über mich hergezogen.

Ein Sensei sagte dann "Du, Axel, ich finde deine Frage nicht provokant. Ich finde die unüberlegt."

Da musste ich erst einmal schlucken und tief einatmen.

Und dann habe ich ruhig geantwortet: "Sensei Markus, wenn du sagst, meine Frage sei unüberlegt, dann unterstellst du damit, ich würde nicht denken, bevor ich frage. Und ganz ehrlich: Das ist ein persönlicher Angriff und den verbitte ich mir."

Daraufhin sagt Sensei Markus: "Hey, das war doch kein Angriff!"

Ich sage: "Doch, ich empfinde es so. Und ganz ehrlich Du unterrichtest Selbstverteidigung, hast du vorhin gesagt. Du schreibst auf deinem Flyer, dass Deeskalation das oberste Ziel ist. Selbst jedoch scheinst du das Ziel nicht zu verfolgen."

Danach war der Sensei Markus sehr ruhig.

Was hab ich gemacht?

Ich hab die Ebene gewechselt für meinen Konter und hab sozusagen die Diskussion und den Angriff von oben betrachtet. Das ist auch einer meiner Regeln oder meiner Leitsätze aus dem Osu!-System. Da sag ich gleich noch was dazu.

Immer wieder diese Frage!

In Schulungen zum Thema Konfliktkultur höre ich dann an der Stelle immer wieder die Frage: "Ja, Axel, was mache ich denn, wenn der andere meine Grenzen auch dann nicht respektiert?"

Da ist dann meine Gegenfrage: "Ja, was glaubst du denn, wie oft so etwas vorkommt?"

Meist schweigen die Leute dann.

Im Grunde genommen kann man sagen, die Leute, die deine Grenzen nach einem Hinweis immer noch nicht respektieren und weiter sticheln, dich beleidigen, das sind Psychopathen oder Soziopathen. Und man sagt: etwa ein Prozent der Bevölkerung sind Soziopathen, zu denen zählen dann auch die Psychopathen.

Interessanterweise gibt's Untersuchungen, die sagen, dass in den Führungsetagen der großen Unternehmen Soziopathen mit einem Prozentsatz von 5 bis 6 Prozent vertreten sind. Also fünf bis sechsmal so häufig wie der statistische Schnitt. Ich glaube, das sagt etwas über unsere Organisation und über das Thema Hierarchie. Darüber hab ich ja vor zwei Folgen auch schon mal etwas gesagt.

In den Schulungen frage ich dann meistens auch noch: "Wie oft hast du denn schon jemanden darauf hingewiesen, dass dort deine Grenze ist und dass du dich dann verletzt fühlst Und er hat dann weiter auf dir rumgehackt? Wie oft ist dir das passiert?"

Meistens kommt da auch keine Antwort.

Die Wahrheit für mich zumindest ist: 

Gesunde Menschen wollen nicht absichtlich verletzen. 

Sie testen Grenzen aus. Sie überschreiten dabei natürlich immer meine Grenze. Das passiert aus Versehen.

Letztlich sind fast alle Menschen dankbar, wenn sie Grenzen klar kommuniziert bekommen. Wie gesagt, Soziopathen, Psychopathen sind da eine Ausnahme. Aber das trifft auf einen von 100 Menschen zu, sagt die Statistik.

Demzufolge, wenn jemand nicht auf dich hört, wenn jemand deine Grenzen nicht respektiert, weise ein, zweimal darauf hin.

Wenn der andere immer noch keinen Respekt zeigt, hilft eigentlich letztlich nur die Trennung.

Wenn eine Trennung nicht zumutbar ist, wenn es z. B. so ist, mein Chef, von dem kann ich mich nicht so schnell trennen. Dann sieh zu, dass du die gemeinsame Zeit reduzierst.

Der Grund für diese Folge: Karate

Ich verrate dir zum Schluss noch, wie ich auf das Thema gekommen bin, warum es mir so wichtig ist.

Es gibt im Vollkontakt-Karate und im Selbstschutz orientierten Karate ein ganz wichtiges Thema, ebenso wie im Boxen.

Nimm deine Deckung hoch!

Das Wichtigste, was du schützen musst, ist dein Kopf. Das heißt, im Ernstfall auf der Straße ist es das allererste, was ich mache.

Ich nehme die Deckung hoch. Ich schütze meinen Kopf.

Und daraus habe ich dann einen Leitsatz für die Kommunikation abgeleitet. Das ist der Leitsatz Nummer 4 in meinem Osu!-System.

Wenn du wissen möchtest, was das Osu!-System ist, dann schau mal auf meiner Homepage. Dort wird es erklärt. Dort kriegst du auch eine Zusammenfassung zum Thema Osu!-System. Wenn du in meinen Verteiler reinkommst und auch auf Maluschka.com/osu. So wird nämlich Osu! geschrieben.

Dort findest du auch nochmal eine kleine Übersicht, was das ganze System eigentlich ist. Und wie gesagt: Leitsatz Nummer 4 lautet:

Deckung hoch, ziehe sofort Grenzen.

Und das haben wir heute behandelt. Warum und wie du das machst.

Wieder eine Bitte

Abschließend hab ich eine Bitte an dich, die hab ich auch schon das letzte Mal äußert. Ich glaube das vorletzte Mal auch schon.

Wenn dir die Folge heute gefallen hat, dann geh doch auf die Folgeseite maluschka.com/036 für die 36 Episode. Dort findest du einerseits natürlich das Transkript. Du findest die Shownotes, die genannten Links und auch den Teilen-Schalter. Und dann teil doch die heutige Folge. Am liebsten wäre mir, du machst das auf LinkedIn oder auf Facebook.

Du kannst mich gerne nennen, also adressieren in deinem Posting und schreib doch einfach, was dir an der Folge gefallen hat, was sie dir gebracht hat, vielleicht was dein Learning war oder aber wie dir der Podcast generell gefällt.

Gerne kannst du auch meine allgemeine Podcast-Seite teilen: Maluschka.com/podcast. Auch da freue ich mich über Sharing in einem Netzwerk deiner Wahl.

Ich bedanke mich ganz herzlich fürs heutige erneute Zuhören.

Ich wünsch dir noch richtig schönen Tag.

Mach's gut! Ciao! Ciao! Und Tschüss.


Bild: Fotoatelier Herff Bonn

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