Abschied und Erkenntnisse
vom Wettbewerb
Germany's Next Speakerstar 2021

VON Axel Maluschka
10. September 2021

Ich habe Spaß daran entwickelt, Videos aufzunehmen. Und außerdem habe ich noch den Rhythmus im Blut, freitags für Germany's Next Speakerstar 2021 ein Video zu drehen. ;-)

Doch keine Sorge, dies ist mein letztes Video im Rahmen des Wettbewerbs. Genau genommen nicht mehr im Rahmen, sondern als Resümee und Abschied.

Viel Spaß damit!

Meinen Werdegang im Wettbewerb, sowie die gesamten Streams der Veranstaltungen inklusive Jurybewertungen kannst du hier sehen.


Transkript

Da stehe ich letzten Samstag, 4. September, vor der Kamera, so wie jetzt gerade. Und ich zittere. Das Problem ist: Wir haben Stromausfall. Und zwar am ganzen Ort. Und ich will gleich live performen.

Wir hatten um 18:15 Uhr Stromausfall. 19 Uhr sollte der Wettbewerb losgehen. Germany's Next Speakerstar. Und ich bin in den Top 12.

Ich bin extra am Morgen aus Gerolstein hier wieder hergefahren. Ich habe an einem Karate-Lehrgang teilgenommen. Und habe auf die letzten Einheiten verzichtet, um hier live für euch vor der Kamera sprechen zu können. Und habe sogar aufs Grillen abends verzichtet. Für euch. Für den Wettbewerb. Damit ich weiterkomme.

Und dann 18:15 alles duster. Die Lichter gehen aus. Die Kamera geht aus. Nichts funktioniert mehr.

Das war übrigens im ganzen Ort. Und ich habe gezittert. 19:00 Uhr war der Strom irgendwie kurz wieder da. Dann ging er wieder weg. 19:30 Uhr war er kurz da, dann hat er länger gehalten. Ich hatte kein Internet.

Ich habe dann Katja, der Veranstalterin, eine WhatsApp geschickt. "Sorry, tut mir leid, wir haben Stromausfall. Eventuell musst du mein Backup Video einspielen."

Und dann eine Viertelstunde, bevor ich live dran war: Strom ist da. Internet läuft.

Das war knapp.

Aber ich hatte mich echt super vorbereitet. Ich habe den Vortrag - ich weiß nicht - 20-mal geübt. Ich hatte ihn ausformuliert, perfektioniert. Und hatte mich dann natürlich gefreut auf meinen Auftritt. Und hatte gehofft, dass ich in die Top Ten kommen werde.

Das zweite Mal zittern musste ich dann an dem Abend. Diejenigen, die es live mitverfolgt haben, wissen, wovon ich spreche.

Als dann die letzten beiden in meiner Gruppe beieinander standen und ja, das Ergebnis habt ihr vielleicht mitbekommen. Ich bin rausgeflogen. Das heißt, leider war ich von den sechs aus unserer Gruppe derjenige, der es nicht geschafft hat.

Ich will an der Stelle jetzt gar nicht das große Dankeschön anfangen, weil hey, das haben wir alle, glaube ich, zur Genüge getan.

Trotzdem noch mal: Katja, tolle Idee! Toller Wettbewerb! Professionell umgesetzt. Und es ist richtig, richtig schön, dass wir Speaker, dass wir Nachwuchs-Speaker uns zeigen dürfen. Dass du uns eine Plattform bietest, eine Bühne. Und dass wir hier zeigen können, wofür wir brennen und was wir gerne machen. Welche Botschaften wir haben. Natürlich danke ich auch noch den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Ich danke den Menschen, die mich begleitet haben während des Wettbewerbs, die teilweise meine Vorab-Videos gesichtet haben, mir noch Feedback gegeben haben.

Danke an die Coaches, von denen ich lernen durfte.

Also es war echt eine tolle und sehr sehr wertvolle Erfahrung.

Ich will mit euch drei Erkenntnisse teilen, die ich im Laufe des Wettbewerbs hatte. Und man sagt ja, glaub ich, neudeutsch "Learnings" dazu. Aber nennt wie ihr es wollt, drei für mich persönlich sehr wichtige Erkenntnisse, die vielleicht auch für euch wertvoll sind.

Nummer eins: Das ist eine persönliche Sache. Erstens: Ich kann Kamera. Also ich habe jetzt richtig Bock drauf, hier vor der Kamera zu stehen. Mein kleines Video-Setting aufzubauen, was übrigens nicht besonders teuer war. Also das hier alles. Ich glaube inzwischen sieht es relativ professionell aus, aber das hat, glaube ich, unter 1000 Euro gekostet. Also von daher, man kann da einiges bewegen mit relativ wenig Geld.

Ich kann Kamera, das heißt auch ich habe Bock auf Kamera. Ich werde in Zukunft weiter Videos produzieren. Ich habe letztes Jahr schon mal ein paar gemacht. Ich werde dieses Jahr mit diesem Format einfach mal ein bisschen weitermachen.

Zweitens: Ich habe mein Ziel schlecht formuliert. Und ich will mit euch teilen, wie ich es besser hätte formulieren können.

Als ich am Samstag rausgeflogen bin, war ich schockiert. Das gebe ich zu.

Ich war deshalb schockiert, weil eben meine Erwartungen, die ich hatte, die ich an mich selber und auch an den Wettbewerb und an die Jury und an die Zuschauer hatte, nicht erfüllt wurden. Na klar, und dann bin ich enttäuscht.

Wobei, ich war zuerst schockiert, dann war ich enttäuscht. Dann war ich auch zugegebenermaßen ein bisschen traurig und dann wütend. Aber okay, so ist der Lauf der Dinge! Und ich habe mich am Sonntag eigentlich schon wieder relativ gut stabilisiert gehabt.

Ich danke aber an der Stelle auch noch mal allen, die für mich gevotet haben.

Und ja, ich habe mich gefreut, dass ich so viel Zuspruch vor allen Dingen erlebt habe. Das heißt, am Samstag und auch am Sonntag haben sehr viele Leute mir WhatsApp geschickt, Nachrichten, Emails, haben mich angerufen, wollten mich trösten, haben aber gemerkt, ich brauche da eigentlich gar keinen Trost mehr. Aber haben mir zugesprochen und gesagt: "Mensch, du warst toll, das hast du gut gemacht." Und das hat gut getan. Das gebe ich auch zu.

Eine Sache hat mich irritiert am Sonntagmorgen. Drei Freunde hatten mir gesagt: "Herzlichen Glückwunsch, dass du weiter gekommen bist." Ich dann so: "Hä? Wie meint ihr das?"

Und beim letzten habe ich noch mal konkret nachgedacht. "Wie kommst du denn darauf, dass ich weitergekommen bin?" Und da hat er mir einen Screenshot von Mentimeter geschickt. Also das heißt, die Zuschauer hatten mich weiter gewählt, aber das nur am Rande.

Ja, also mein Learning oder meine Erkenntnis ist: Formuliere deine Ziele weise.

Ich hatte tatsächlich... Ich führe so ein Erfolgs-Journal. Dort leg ich meine Ziele fest und schreibe auch rein, was habe ich für meine Ziele getan? Wie sinnvoll sind die? Warum will ich sie erreichen?

Und dort hatte ich, glaube ich, nachdem ich in die Top 20 gekommen war und richtig Feuer für den Wettbewerb gefangen hatte, habe ich reingeschrieben: "Ich bin Gewinner bei Germany's Next Speakerstar 2021."

Und ich habe mir richtig visualisiert, wie sich das anfühlt, wenn dann verkündet wird: "Axel ist der Gewinner." Wie ich die Arme hoch reiße, wie ich mich freue.

Das habe ich alles aufgeschrieben und das Ziel war blöd formuliert.

Und zwar aus einem ganz wichtigen Grund: Ich konnte dieses Ziel nicht zu 100 Prozent beeinflussen. Das heißt also, mein heimliches Ziel war dann so: "Okay, ob ich es gewinnen kann, weiß ich noch nicht genau. Ich habe relativ wenig Zuspruch im Vergleich zu den anderen bei den Zuschauern am." Von daher hatte ich mir schon gesagt: "Okay, ins Finale kommt, das wär geil, ich wollte noch mal live performen in der Stadthalle und noch mal zeigen, was ich kann."

Aber auch das hat ja nun nicht geklappt. Und zwar weil ich das Ganze nicht unter Kontrolle hatte. Und in dem Sinne hätte ich besser das Ziel formuliert: "Ich gebe jede Woche alles, um einen tollen Vortrag zu entwickeln. Was schon sehr anstrengend ist. Innerhalb von sechs Tagen diesen Vortrag zu üben, diesen Vortrag vorab aufzunehmen. Ihn Menschen zu schicken, die mir vorab Feedback geben. Ihn nochmal zu perfektionieren und dann mich perfekt auf den Punkt vorzubereiten, sodass ich am Abend beste Leistung zeigen kann."

Hätte ich mir dieses Ziel gesteckt, hey, das habe ich erreicht, dann wäre alles gut gewesen. Und im Endeffekt wusste ich aber Sonntag auch schon: Hey, dieses Ziel habe ich erreicht. Damit war alles fein für mich.

Mein drittes Learning, meine dritte wichtige Erkenntnis, die betrifft meine Zukunft. Vielleicht auch eure Zukunft.

Der Wettbewerb hat mich sozusagen gezwungen, aus wichtigen Zielen, aus strategischen Zielen, dringende Ziele zu machen. Dadurch, dass es immer einen Termin gab. Und genau das will ich mir für mich selber merken und auch anwenden.

Das heißt, ich weiß nicht, wie es dir geht, aber in meinem Business ist es so: Ich habe natürlich langfristige, mittelfristige, kurzfristige Ziele und dann verdiene ich auch noch ein bisschen Geld. Und das Geldverdienen ist bei mir noch nicht überwiegend so, dass ich durch mein Herzens-Business tue, sondern ich halte noch Schulungen, die nicht unbedingt, sagen wir mal, mich super-duper erfreuen oder morgens aus dem Bett treiben. So möchte ich es mal formulieren.

Und da möchte ich hinkommen, dass ich die wichtigen Ziele, die mein Herzens-Business, mein Business voranbringen, dass ich die auf der Prioritätenliste nach oben setze. Das ich sie zu dringenden Zielen mache.

Klar, Geld verdienen müssen wir alle. Das wird auch nicht von der Tagesordnung verschwinden. Aber die Tätigkeiten, die mich dazu bringen, dass ich zunehmend anders Geld verdiene, zum Beispiel durch Speeches, durch Vorträge, diese Ziele werde ich auf der Tagesordnung priorisieren und werde sie nach vorne setzen.

Und genauso wie ich das jetzt hier vor der Kamera mache, nehme ich mir Zeit, das kleine Video aufzubauen. Genauso werde ich auch in Zukunft an meinen wichtigen Zielen intensiver arbeiten und mir Zeit dafür reservieren.

Und das werde ich ganz einfach tun. Ich schreibe in meinen Kalender: An diesem Tag verfolge ich dieses und jenes Ziel und dann gibt es da keine Prioritäten, dann ist das Ganze blockiert. Die Technik habe ich schon vor langer Zeit gehört, aber ich habe sie nie angewendet. Und ab sofort werde ich sie anwenden. In diesem Sinne: Danke für diese Erkenntnisse.

Ich freue mich, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vielleicht im Rahmen des ein oder anderen, ja der ein oder anderen Veranstaltung mal wieder zu sehen. Ich freue mich drauf. Ja, auch Katja mal wieder zu sehen und wir laufen uns alle wieder über den Weg. Der Speaker-Markt ist nicht so groß, habe ich gelernt. Und in diesem Sinne freue ich mich auf die Zukunft.

Ich wünsche euch gutes Gelingen, tolle Vorträge. Ich werde das weiter verfolgen. Und möge die Beste oder der Beste gewinnen. In diesem Sinne: Bis denn! Ciao! Ciao! Und Tschüss!

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